Mails an Politik und Geschäftsführung der HBB zur Radfahrschikane des Stadtteils Hungerburg

Mit Bestürzung habe ich von der zeitlichen Reglementierung der Fahrradmitnahme in der Hungerburgbahn erfahren - ich bin eine begeisterte Verfechterin des Fahrrades und wenn immer es irgendwie geht,

 mit diesem unterwegs. Dies ist jetzt plötzlich zeitlich eingeschränkt und da ich die doch sehr enge Straße mit viel Autoverkehr weder hinunter schießen möchte noch mich mit Einkaufsrucksack heraufstrampeln sehe und der Bus J auch nicht sonderlich radfreundlich ist (ich kann mein Fahrrad nicht selber auf den Träger heben und im Inneren gibt es nur sehr eingeschränkt Platz), habe ich zwei Optionen - ich setze mich ins Auto und fahre zum Einkaufen zu einem Supermarkt oder ich nehme die Hungerburgbahn und mache meine Erledigungen in der Innenstadt wie üblich, jedoch zu Fuß. 

Mit dieser neuen Regelung werden die Bewohner und Bewohnerinnen eines ganzen Stadtteils von Innsbruck vor den Kopf gestoßen und in  ihrem Mobilitätsverhalten sehr eingeschränkt. Eine seit vielen Jahren praktizierte umweltfreundliche Möglichkeit, mit dem Fahrrad von der 

Hungerburg in die Stadt bzw. wieder herauf zu gelangen und so die Straße zu entlasten und auch  das Unfallrisiko wegen riskanter Überholmanöver durch Autofahrer und  von  Bussen zu verringern, scheint plötzlich nicht mehr zu klappen.

Ich habe kein Verständnis dafür, dass wir Bewohnerinnen und Bewohner auf der Hungerburg den Missstand, der sich durch den problematischen Anstieg von Freizeitsportlern mit Downhillbikes, die die Bahn zum Teil gruppenweise und in häufiger Frequenz pro Tag benutzen,  ausbaden müssen. 

Daher appelliere ich an  die  Betreibergesellschaft der Nordkettenbahnen 

sowie Vertreter/innen unserer Stadtregie rung das Gespräch mit den  Rad 

fahrenden Bürgern und Bürgerinnen der Hungerburg zu suchen, um eine 

bedürfnisorientierte Lösung für die Situation in diesem für uns so 

wichtigen Nahverkehrsmittel zu finden .

Dr. Brigitte Epp

Als radfahrende Bewohnerin der Hungerburg bin ich von der kürzlich und willkürlich eingeführten Radmitnahmebeschränkung in der Hungerburgbahn seitens der Nordkettenbahnen (GF Schroll) betroffen.  Zwischen 10 und 15 Uhr werden keine Fahrräder mehr transportiert, zu den übrigen Betriebszeiten nur max. 4 Räder pro Bahn in unterschiedlichen Abteilen, auch bei genügend Platz.

Für Pendlerinnen und Pendler, Familien, Erholungsuchende, Sporttreibende.... wird damit das - viel beworbenen - Radfahren verunmöglicht. Familien mit mehr als 2 Kindern sind zu jeder Zeit ausgeschlossen, zu Mittag kommt man nach der Arbeit/Schule nicht nach Hause, Einkäufe müssen mit dem Auto erledigt werden und am Abend ist die Heimfahrt  ungewiss.

Die Radmitnahme am Heckträger in der Linie J ist für mich und viele andere rein physisch nicht möglich, es sind auch nicht alle Busse damit ausgestattet, und in den Mittagsstunden sind diese zudem sehr ausgelastet.

Die Hungerburgbahn hat und hatte Platz für ALLE im friedlichen Nebeneinander ohne gröbere Probleme, augenscheinlich fehlt es wohl bloß am (guten) Willen der Geschäftsführung der Nordkettenbahnen aber auch der Stadt Innsbruck. Oder steckt gar längerfristig ein kolportiertes Großprojekt auf der Seegrube dahinter?

 

Barbara Bloch Hungerburg

 

Sehr geehrte Damen und Herrn,

als grüne Landeshauptstadt, öffentliches Verkehrsunternehmen und Freizeitticket-Unternehmen darf ich Sie auf die aktuellen, leider negativen Entwicklungen im Bereich öffentlicher Verkehr, Infrastruktur aufmerksam machen. Die aktuellen Beförderungsbestimmungen der Hungerburgbahn und IVB  werden nun vornehmlich auf dem Rücken der Bevölkerung von Hungerburg, Hötting und St. Nikolaus ausgetragen.

@ Hungerburgbahn: Die neuen Beförderungsbestimmungen der Hungerburgbahn (4 Fahrräder,- 1 pro Kabine, keine Räder in den Kernzeiten) machen die Benützung für uns als Familie mit 4 Kindern zu einem Großteil (Beruflich als auch Privat) defakto unmöglich. Dies wird aber wahrscheinlich dem geschäftlichen Interesse der Betreiber entgegen kommen und somit weitere zahlungskräftigere Touristen auf die Hungerburg und Seegrube (Winter Talabfahrt wurde ebenfalls gesperrt) locken.

 

@ IVB: Wie ich erst kürzlich von meiner Tochter erfahren musste, dürfen Fahrräder erst von Personen ab 14 Jahren mitgenommen werden. Kinder machen mit 10 Jahren in der 4. Klasse Volkschule einen Fahrradführerschein, um eben sicher im Umgang mit diesem Verkehrsmittel zu sein.  Dann aber mit Fahrrad von öffentlichen Verkehrsmitteln für weitere 4 Jahre ausgeschlossen zu werden ist für mich nicht nachvollziehbar.

 

@ Innsbruck: Es wird Ihnen zweifelsohne klar sein, dass oben genannten Restriktionen eine weitere Verschiebung in Richtung Privat-PKW Verkehr bedeuten und dementsprechend die Verkehrsbelastung (Höttinger Gasse, Höttinger Auffahrt und Riedgasse) weiter zunimmt. Das diese Belastungen (Schliessung des Spar Marktes als Nahversorger) einfach so hingenommen werden, lassen mich persönlich an der Ernsthaftigkeit eines familienfreundlichen, ökologischen Verkehrskonzeptes der Stadt Innsbruck zweifeln. Verschärfend kommt hinzu, dass die Höhenstrasse für bergwärts fahrende Radfahrer aufgrund des Verkehrs, der Fahrbahnbreite, des fehlenden Fahrradstreifens und der unübersichtlichen Kurven mittlerweile für Fahrradfahrer gefährlich Ausmaße angenommen hat.

 

Mit der Bitte um eine Lösung im Sinne der Bewohner der Stadt Innsbruck

 

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Willi! 

Ich wende mich an Sie als Bewohner der Hungerburg, als Vater und als Bürger, der wann immer möglich versucht, per Fahrrad dem Verkehrschaos in Innsbruck zu entkommen.

Leider wurde nach der aufgebauschten Auseinandersetzung zwischen Nordkettenbahn und „Downhillern“ per 13.6. eine neue Regelung zur Beförderung von Fahrrädern eingeführt.
Durch die neue Regelung ist es kaum noch möglich, sinnvoll mit dem Fahrrad in die Arbeit zu pendeln, zumal die Beförderung von vier (4 !!) Fahrrädern außerhalb der Kernzeiten zu nicht absehbaren Wartezeiten führt. Das Benutzen der Bahn gemeinsam mit zwei Kindern und Fahrrad ist damit gar nicht mehr möglich, weil nicht planbar. Das oft medial zitierte Ausweichen auf den Bus ist ebenfalls nur theoretisch möglich zumal auch die IBV die Ausweichbewegung kapazitativ nicht auffangen kann und aufgrund der oft kurzen Aufenthalte pro Haltestelle und überfüllten Busse das Einsteigen mit zwei kleinen Kindern und Fahrrad in den Bus nicht zielführend ist.
Dies führt leider bei mir und vielen anderen Menschen im Bereich Hungerburg, St Nikolaus/Weiherburg und Mühlau/Richardsweg dazu, dass wir wieder das Auto für den täglichen Arbeitsweg in Anspruch nehmen werden und auch die Radausflügen in die Stadt mit Kind und Kegel der Autofahrt weichen, wo die Fahrräder mitgenommen werden können.

Für eine Stadt, deren Einzigartigkeit stark auf die Symbiose aus Natur und Sport beruht, ist diese Entscheidung kaum nachvollziehbar. Aus verkehrsplanerischer Sicht noch weniger.

Ich bin einen Gutteil des Jahres beruflich bedingt international unterwegs. Egal ob ich in den USA, China, Südamerika oder anderen Europäischen Ländern bin – Innsbruck ist bekannt und steht für Natur, Outdoor, Sport und Lebensqualität. Die Marke der Stadt und die Bekanntheit sind erstaunlich und beeindruckend. Und machen mich als Innsbrucker immer wieder stolz.

Herr Bürgermeister: Bitte tragen Sie Sorge dafür, dass wir nicht in rückwärtsgewandter Politik verfangen bleiben, die auf lange Sicht all dies in Frage stellt.

 Mit hoffnungsvollen Grüßen,