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Chronik (1963 - 2010)

Im Frühjahr 1963 endlich beauftragte das Bezirkskommando Innsbruck-Stadt unter Führung des Bezirkskommandanten Hans Kuen und des Bezirksfeuerwehrinspektors und Kommandanten der Berufsfeuerwehr Ing. Stolz den Kommandanten der Einheit Mühlau Brandmeister Anton Unteregger jun. mit der Wiedererrichtung einer Feuerlöschgruppe auf der Hungerburg.


Unteregger packte auch gleich die Sache mit der ihm gewohnten Energie an, setzte sich mit seinem Freund Luis Pirchner, Drechslermeister und Gruppenführer der Innsbrucker Nordkettenbahn, in Verbindung. Pirchner konnte binnen kürzester Zeit alle für den aktiven Wehrdienst in Frage kommenden Männer für die Mitarbeit gewinnen, und bereits am 14.2.1963 erklärten bei der ersten „Besprechung im Gasthof „Zur Linde“ 16 Mann ihren freiwilligen Beitritt zur Einheit.


Kdt Pirchner Alois


Pirchner wurde zum provisorischen Gruppenkommandanten bestellt. Am 2. Mail 1963 fand der Bekleidungsappell im Gasthof „Klamm“ statt. In der Zwischenzeit führte das Bezirkskommando wegen eines Bauplatzes für das neue Gerätehaus Grundverhandlungen mit der Stadtgemeinde Innsbruck.


Am 30. Mail 1963 wurde die erste praktische Übung am Gerät – bereitgestellt von der Einheit Mühlau – unter der Leitung des Kommandanten Unteregger und von Kameraden der Einheit Mühlau abgehalten. Schon am 6. Juni 1963 versammelte sich die junge Wehr zu einer weiteren Übung. Von da an wurden 14-tägig praktische Übungen durchgeführt, bei Schlechtwetter theoretische Schulungen in dem von der Innsbrucker Nordkettenbahn als Schulungsraum zur Verfügung gestellten Wartesaal auf der Hungerburg.


Im November 1963 konnte der Bau des Gerätehauses in der Nähe des Seehofes in Angriff genommen werden. Am 9. Dezember 1963 führten wir die erste Übung mit dem von der Stadt Innsbruck bereitgestellten Löschfahrzeug durch, einem komplett ausgerüsteten VW-Kombi und einer Tragkraftspritze RL 25.


LLF


Am 16. Jänner 1964 war das Gerätehaus provisorisch benutzbar, das Löschfahrzeug wurde der Einheit überstellt, der Mannschaftsstand betrug 16 Mann (2 Mann waren verzogen, 1 Mann wegen Krankheit ausgeschieden, 2 neu eingetreten). Als Uniformierung hatten wir Overall, Helm, Leibriemen und Mütze. Im Feber 1964 kamen ein Schlauchkarren mit 7 B-Schläuchen, Standrohr usw. zusätzlich zur Einheit. Gruppenkommandant Pirchner und Kamerad Prader Heinrich besuchten nun einen Gruppenführerlehrgang in der Landesfeuerwehrschule.


Übung 1963Übung 1963li Kdt Pirchner auf Kontrolle


Anlässlich der 90. Generalversammlung der Einheit Mühlau am 6. März 1964 konnte dem Bezirkskommandaten die Meldung durch Brandmeister Unteregger erstattet werden, dass die Löschgruppe einsatzbereit sei.


14 Mann wurden angelobt, Heinrich Prader zum Gruppenkommandantenstellvertreter bestellt. Die Uniformierung wurde mit der Ausgehuniform komplettiert.


Erhebung 1963


Zwischen 1963 und 1978 führte Kommandant Pirchner mit seinem kongenialen Stellvertreter Heinrich Prader die Einheit .  In dieser nicht immer einfachen Zeit prägten beide Offiziere die  Einheit durch ihren persönlichen Einsatz und ihre Integrität als Kommandanten.


Die bis dato eher unzureichende Wasserversorgung wurde auf der Hungerburg dank des Neubaues eines aus dem Ursprung versorgten Wasserbassins ausreichend gewährleistet. Das Hydrantennetz erstreckte sich dann bis Gramart, nur die Gramartstraße musste noch mit Hydranten versorgt werden.


Die Einheit erhielt 10 Stück Hakengurte. Durch den Einsatz der Kameraden der Berufsfeuerwehr und der Einheit Hungerburg wurde das Gerätehaus fertig gestellt und mit einem symbolisierten Florian, dem Stadtwappen und der Beschriftung „Freiw. Feuerwehr Hungerburg“ versehen (Entwurf Kam. Franz Patscheider jun., Ausführung im Metall Gr.K.Stv. Kam. Prader). Hierauf folgte die offizielle „Wiedergründungsfeier der Einheit Hungerburg“ am 20. und 21. Juni 1964 im Hotel „Mariabrunn“. Anerkennung und die Brandschutzlage der Hungerburg richtig beurteilend meldete sich auch die Presse zu Wort:


Schauübung Pressemeldung      Schauübung Pressemeldung     Schauübung Pressemeldung



Gründungsfeier


Die erwähnte Feuerwache in der Gramartstraße musste bereits 1975/76 durch einen Anbau erheblich erweitert werden, um für die Ausrüstung und ein neues „Schnellangriffsfahrzeug“ Platz zu schaffen.


Wacherweiterung 1975Wacherweiterung 1975Wacherweiterung 1975Wacherweiterung 1975 fertig



1978 übernahm Heinrich Prader die Kommandantschaft von Pirchner und führte die Einheit unter vorbildlichem Einsatz und Motivation bis 1988.


Kdt Heinrich Prader


Hinter jedem großen Mann steht auch eine große Frau - im Falle unseres Altkommandanten Heinrich Prader war dies seine unübertreffliche Gattin Inge, die  unzählige Stunden für die Einheit arbeitete...


Ein Anbau eines Hallentraktes an den Altbau im Jahre 1979 schuf Platz für den TLF Chevrolet , ein Allradfahrzeug mit 1000l Tank. 20 Jahre lang bildete dieses Fahrzeug den Kern der Hungerburger Einsatzfahrzeuge.


 TLF


1988 überließ der Gründungsstab Pirchner/Prader den nachrückenden jungen WIlden die Bühne und Dipl. Ing. Johnny Herdina übernahm mit seinem Stellvertreter Mag. Christian Katholnigg die Führung der Einheit.


Kdt Johnny Herdina


In die Herdina'sche Kommandantschaftszeit fiel unter anderem das "heiße 96er Jahr". Die Einheit meisterte mehrere große Einsätze, wie


die totale Zerstörung eines Wohnhauses durch Feuer...


Brand Wochenendhaus 1996Brand Wochenendhaus 1996Brand Wochenendhaus 1996


 


den Brand des Gasthauses Frau Hitt in Gramart...


Brand Gasthof Frau HittChristian an vorderster Front!


,.....oder des ehemaligen Hotels Maria Brunn.


Brand Mariabrunn 1996  Brand Mariabrunn 1996Brand Mariabrunn 1996


1998 folgte Mag. Christian Katholnigg dem langjährigen Kommandanten Dipl. Ing. Johnny Herdina nach, nachdem er die Funktion des Stellvertreters 10 Jahren lang ausgeübt hatte.


 Mag. Christian Katholnigg technische Übung mit BF IBK


Im Oktober 1992 wurde der altgediente Landrover in Pension geschickt, die Reparaturen kombiniert mit den verkehrstechnischen Anforderungen machten eine Neubeschaffung unumgänglich.


Landrover alt Weihe MTF neuWeihe MTF neuWeihe MTF neu 


Mittels Spenden konnte ein großer Teil des Kaufpreises aufgebracht werden und so stellten wir voller Stolz unseren immer noch in Dienst befindlichen Landrover Defender der interessierten Bevölkerung vor.


Mehr Informationen sind hier zu finden


Ein schwerer Schlag nicht nur für unsere Einheit, sondern für die gesamte Hungerburg war der plötzliche Tod unseres Kommandantstellvertreters Mag. Thomas Bär.


Kdt. Stv. Thomas Bär


Thomas' Fortgang hinterließ auf Grund der herzlichen Beziehung und tiefster Freundschaft, welche jeder Thomas gegenüber fühlte, eine bis heute spürbare Lücke. Wir behalten dich im Gedächtnis!


 


1999 wurde ein Hallenteil der Feuerwache abgegraben und mit neuen Toren versehen, um einen neuen, größeren Tank unterzubringen. 


Ein Jahr später war es dann soweit,  im Sommer 2000 wurde der in die Jahre gekommene Chevrolet TLF 1000 ausgeschieden und der TLF-A 1500 in Dienst genommen.


Mehr Informationen hier


Dieses freudige Ereignis zeigte aber auch, dass die Existenz einer eigenen Einheit auf der Hungerburg im Bewusstsein der Verantwortlichen fest verankert war und eine doch große Investition diskussionslos durchgeführt wurde.


Unterstützung kam auch von unserer Gründungseinheit Mühlau: Um unseren Tank rechtzeitig finanzieren zu können, verschob das Kommando der FF Mühlau die Finanzierung ihres RLF um ein weiteres Jahr. Um mit  den Worten des damaligen Kommandanten Mühlau Manfred Liebentritt echte Kameradschaft zu verbildlichen:


"Eine echte Mutter schaut halt drauf, dass ihr Kind ein fesches G'wand anhatt, bevor sie auf sich selber schaugt...!"


Hiermit bewies die FF Mühlau auch in aller Öffentlichkeit ihre Zugehörigkeit in die Kategorie "Freunde  der  FF Hungerburg" und ließ die zwei übrigen Klassifizierungen "Kameraden" sowie "Staatlich zugewiesene Mitarbeiter" weit hinter sich.


Artikel Tiroler Tageszeitung


Die aufmerksame Beachtung der Medien brachte uns die eine oder andere Außenbeurteilung ein und in der einen oder anderen Einheit  gestand man uns auch einen gewissen Sonderstatus zu.....


c by G. Sallaberger       1988 Artikel Tir. Tageszeitung 


Die vorbildliche Führung der Einheit durch die Kameraden Herdina Johnny, Katholnigg Christian und Egger Georg war ausschlaggebend für eine gesicherte Zukunft:  Es gelang, immer wieder neue Mitglieder zu gewinnen und den Mannschaftsstand stetig zu vergrößern.


Wir sind auch stolz darauf, ein fester Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens auf der Hungerburg sein:


Einweihung Wegkreuz Gramartboden      Bildstock VogelhütteHotelier Hans Jörg Patscheider


Eine ausgezeichnete Jugendarbeit durch die Kameraden Schredelseker Johann, Wolfgang Gassler  und Tim Hannemann zeigte Früchte. So rückte stetig eine gut ausgebildete Jugend ind die Einsatzmannschaft nach.


Im Millenium wurde der auf Grund der Überalterung ausgeschiedene LLF Ford Transit ohne Ersatz ausgeschieden.


2003 übernahm Christof Schlenz die Führung der Einheit, gemeinsam mit seinem Stellvertreter Dr. Johann Schredelseker. Dieser nahm seit längerem die Aufgaben des Jugendbetreuers wahr. 


Im gleichen Jahr gaben wir unserem Altkommandanten Alois Pirchner das letzte Geleit. Ohne die Persönlichkeit und das Engagement von Kdt. Pirchner gäbe es heute keine Feuerwehr Hungerburg!


Lieber Ali, wir  bewahren dir ein ehrenvolles Andenken!


Kdt Pirchner Alois


2008 kaufte die Einheit von der FF Amras den gebrauchten Mitsubishi L-200. Das Team der Berufsfeuerwehr adaptierte die Ladefläche und schuf so mehre Transportmöglichkeiten, u.a. eine Vorrichtung zur Beförderung der neuen Tragkraftspritze Fox 3.


Politisch möglich wurde dies aber erst durch die kongeniale Zusammenarbeit mit zwei Freunden: mit unserem damaligen ressortverantwortlichen Bürgermeister Dr. Christoph Platzgummer und unserem Branddirektor Mag. Erwin Reichel!


TF


Mehr Informationen hier


Hoch motiviert, gut ausgerüstet und durch den Bezirk und die Berufsfeuerwehr bestens unterstützt versieht die Einheit ihre Pflicht auf dem Plateau der Hungerburg. Wir pflegen ausgezeichnete Kontakte zu den Alpinspezialisten unserer Polizeiinspektion Hungerburg und zur Bergrettung.


Wir sind der Hungerburger Bevölkerung ein verlässlicher Partner und Dienstleister und stellen mit besonderem Stolz nicht nur unseren Mann, sondern mittlerweile auch unsere sensationellen Damen  in den Dienst der Gemeinschaft!


Kdten 1928-2003