Chronik Hungerburg 1850-1900
Mit Bildern aus der Sammlung Hansjörg Patscheider ("Zur Linde" - Hungerburg)
Die Gemeinde Hötting gehörte der sogenannte Hof und Bannwald mit dem Gebiet der heutigen Hungerburg, damals "auf Grauenstain" genannt.
Das Ansuchen auf Bewilligung der Kultivierung stellten die Höttinger1836 und wenige Jahre später, genauer gesagt im Jahre 1840, schritt man nach erteilter Genehmigung des Landesguberniums zur Versteigerung der bewaldeten Örtlichkeiten selben an interessierte Gemeindeangehörige.
1840 wie bereits erwähnt erhielt K.u.k. Landrat Dr. Joseph von Attlmayr den Zuschlag und erwarb dadurch den größten Teil der heutigen Hungerburg. Für v. Attlmayr war dies von besonderer Bedeutung, da er in der Weyerburg wohnhaft war. Sein Besitz umfasste nunmehr den südöstlichen Teil der Gramartwaldung am Grauenstein und den Steinbruchboden.
Ansicht der Weiherburg 1834; Aquarell von C. v. Jenner (Original im Stadtarchiv Innsbruck)
1845/46 erfolgte der Bau des ersten bewohnbaren und bewirtschafteten Hauses auf Grauenstein. Attlmayr gab dem Haus den Namen "Neuhof". Dieser Neuhof wurde später (nach der erfolgreichen und von Attlmayr so ersehnten Brunnenbohrung) in Maria Brunn umbenannt - die spätere "Hungerburg"!

Neuhof Mariabrunn, errichtet von k.k. Landrat Dr. Joseph von Attlmayr
Ausschnitt aus der Lithographie von Edmund von Wörndle, 1850 "Schloss Weyerburg u. dessen Höfe"
Das Attlmayr'sche Sommerhaus besaß Stadel und Stallungen, war aber auch wie auf dem obigen Bild ersichtlich mit Sitzgelegenheiten ausgestattet und wurde nach wenigen Jahren in ein Gasthaus umgewandelt und verpachtet.
1847 pachten das Ehepaar Georg und Notburga Kirchmair aus Hötting den Neuhof .
1848 geruhte Erzherzog Johann den Neuhof Mariabrunn zu besuchen
1852 wird der Name "Hungerburg" das erste Mal schriftlich erwähnt und zwar in einem Brief einer Innsbruckerin, welche darin ihrem Schwager von "einem Ausflug auf die Hungerburg" erzählt. Bereits 1856 findet man die Bezeichnung Hungerburg auf der Katastermappe der Gemeinde Hötting.
Über die Herkunft dieses Namens gibt es verschiedene Geschichten: eine davon erzählt, dass der Tiroler Dichter und Geologe Adolf Pichler den Spottnamen zum erstenmal gebraucht habe, als er nach einer seiner ausgedehnten Wanderung in der Gaststätte vergeblich nach Essen verlangt hatte oder mit Quantität/Qualität derselben nicht zufrieden gewesen sei... Mehrere andere Versionen der Entstehung dieses wahrscheinlichen Spottnamens existieren, alle haben jedoch eine Gemeinsamkeit: sie beziehen sich auf die (damalige) gastronomische Bewirtung.
1877 verkaufte Johann v. Attlmayr, ein Sohn des Landesrates, den Neuhof Mariabrunn mit den dazugehörigen Grundstücken. Das Gut wechselte dann bis zum Erwerb durch Sebastian Kandler innerhalb kurzer Zeit mehrmals den Besitzer.




