Massiver Waldbrand auf der Nordkette

Mehrere Tage lang wütete ein großer, hartnäckiger Brand in schwerem Gelände, der im Kombinationseinsatz von Bodenmannschaften und Hubschraubern bekämpft wurde.

Am 27.12.2025 wurde die Feuerwehr Hungerburg zunächst mit der Berufsfeuerwehr zu einem gemeldeten Wald- und Wiesenbrand im Bereich des Tobel auf der Nordkette mittels Pager alarmiert. Innerhalb weniger Minuten rückten wir mit TLF und KRF samt Tragkraftspritze in Richtung Höttinger Alm ab, da zunächst noch unklar war, wo genau sich der Brand befindet. Bereits kurze Zeit später wurde aufgrund mehrer Anrufer und weit sichtbarer Rauchwolke auch die Feuerwehr Hötting nachalarmiert. 

Ein Mitglied des Landesfeuerwehrverband Tirol war zufällig privat in der Gegend und konnte den Brandherd schnell genau lokalisieren. Nach dem Eintreffen beim Wendeplatz kurz vor der Höttinger Alm angekommen, musste weiter zu Fuß erkundet werden. Bei Eintreffen des Gruppenkommandanten beim unteren Ende des Tobels war eine massive Rauchentwicklung an mehreren Stellen samt brennender Latschen und auch großer Bäume ersichtlich. Der Brand breitete sich sehr schnell und mit gewaltiger Kraft Richtung Nordwesten aus, wobei von unten wegen des Rauchs nicht mehr erkennbar war, wie weit sich das Feuer bereits Richtung Seegrube gefressen hatte. 

Gemeinsam mit der zwischenzeitlich eingetroffenen Berufsfeuerwehr und der Feuerwehr Hötting wurde begonnen, eine Schlauchleitung vom Wendeplatz zum unteren Ende des Tobels zu legen, um insbesondere immer wieder auftretende Spot-Feuer zu bekämpfen. Dies war aufgrund der immer wieder herunterfallenden Felsen und Steine gefährlich für die Einsatzkräfte. Es musste dafür die Tragkraftspritze über steiles, schneebedecktes Gelände viele Höhenmeter nach oben getragen werden. Das Wasser wurde mittels Pendelverkehr mehrerer TLF's nach oben gebracht. Zu diesem Zweck wurden auch weitere Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren Wilten, Völs und Rum nachalarmiert. Gleichzeitg begann man in Gramartboden und beim Planötzenhof mit dem Aufstellen von Faltbehälter mit Wasser, um den ebenfalls alarmierten Hubschraubern das Auffüllen ihrer Wasserbehälter zu ermöglichen. Die Ausbreitung des Feuers konnte aufgrund des steilen Geländes auch nur von den Hubschraubern aus eingedämmt werden. 

Während die ersten Löschmaßnahmen gesetzt wurden, rückten auch viele Mitglieder der Feuewehr Hungerburg aus der Stadt, vom Berg und von anderen Ausflügen nach. Zur Beobachtung des Feuers wurde auch ein Posten im Bereich des Osthangs auf der Seegrube postiert, welcher im Funkkontakt mit der Einsatzleitung stand. Eine von der Nordkettenbahn erwogene Evakuierung konnte aufgrund dessen Informationen über die Brand- und Rauchausbreitung unterbleiben.

Die Berufsfeuerwehr und das Bezirkskommando hatten inzwischen auch die mobile Lageführung eingerichtet. Um 16:00 Uhr musste aufgrund der bald einsetzenden Dunkelheit der Einsatz unterbrochen werden. In einer Lagebesprechung wurde anschließend der Einsatz der nächsten Tage geplant. 

So galt es in den folgenden Tagen mit mühsamer Bodenbrandbekämpfung letzte Brände zu löschen sowie Glutnester zu lokalisieren, auszugraben und zu eliminieren. Dabei mussten Latschen und Bäume mit Motorsägen geschnitten und der Waldboden in steilenm Gelände gelockert werden. Die neuen Schanzwerkezuge des Bezirks erwiesen sich als sehr nützlich. Über Nacht einfrierende Schläuche und Armaturen behinderten die Arbeiten zusätzlich. Wasser kam zum einen von dem wieder aufgenommenen Pendelverkehr und zum anderen von zwei von Hubschraubern gefüllten Faltbehältern, die eingeflogen und im Bereich der Wiese des Tobels aufgestellt wurden. Die Feuerwehr Hungerburg war gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr und der Feuerwehr Hötting bis einschließlich Dienstag von der Früh bis zum Einbruch der Dunkelheit mit diesen körperlich sehr anstrengenden Tätigkeiten beschäftigt. Eine weitere Gruppe der Feuerwehr Hungerburg war in diesen Tagen am Gramartboden für die Befüllung der Faltbehälter und Hubschrauber eingesetzt. Den "Duschen" der Hubschrauber und eisigen Temperaturen zum Trotz wurde auch hier bis zum Schluss hart gearbeitet.

Der Brand wurde von einem 12-Jährigen durch Feuerwerkskörper ausgelöst. Löschversuche durch die Familie schlugen aufgrund der Trockenheit fehl. INsgesamt 8 ha Wald und Wiese war von dem Brand betroffen. 

Die Feuerwehr Hungerburg war mit allen Fahrzeugen und jeden Tag mit zwischen 12 und 25 Kamerad:innen im Einsatz - Hilfsangebote von zur Zeit in anderen Bundesländern weilenden Mitgliedern nicht mitgerechnet. 

Wir Feuerwehrler der Hungerburg bedanken uns herzlich bei den Kameraden aus Hötting und der Berufsfeuerwehr in Koordination, Bodenmannschaft und Flughelfer, mit denen wir den Brand bekämpften. Auf dieser Ebene fand echte Kameradschaft und professionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe statt!